Kupferspirale – sichere Verhütung oder Gefahr?

Wer wünscht sich keine sichere Verhütungsmethode? Wenn diese zudem noch hormonfrei ist und man nicht jeden Tag dran denken muss, dann klingt das doch sehr erfreulich…

Hier ist die Rede von der Kupferspirale, die mit einem Pearl-Index von 0,3-0,8 sowie einer Liegedauer zwischen drei und teilweise sogar 10 Jahren überzeugt.

An dieser Stelle möchte ich eine kleine Geschichte aus meinem Leben erzählen.

In meinem Studium zur Ernährungsberaterin erhielt ich einen Einblick in das Hormonsystem, welches eine sehr große Rolle in der Gesundheit des Menschen spielt. Das ganze System ist extrem komplex und Erklärungen würden zu weit führen. Fazit ist, dass ein kleiner Störfaktor (wie zum Beispiel ein hormonelles Verhütungsmittel) aufgrund der vielen Zusammenhänge das gesamte System aus dem Gleichgewicht bringen kann. Allein beim Lesen des Beipackzettels einer Pille wurde mir schon ganz anders.

So stand für mich 2016 fest, dass ich meinem Körper eine hormonelle Verhütung nicht zumuten möchte. Nach langer Überlegung und Suche, fand ich einen Arzt, der mir im Herbst die Kupferspirale „Eurogine Nova T 380 Pl“ einsetzte. Das ging schnell, ohne Probleme und war weitaus weniger unangenehm wie allgemein berichtet. Eigentlich verwendete der Arzt immer ein anderes Modell des spanischen Herstellers, welches jedoch zu dieser Zeit nach seinen Angaben nicht lieferbar war… 

Die folgenden drei Jahre waren für mich leider geprägt von wiederkehrenden Vaginalinfekten, die immer häufiger und stärker wurden. Zunächst nur durch Pilze ausgelöst gesellten sich irgendwann auch Bakterien hinzu, da durch die zahlreichen Medikamente bereits die Scheidenflora komplett zerstört war.

Mittlerweile war ich umgezogen und hatte auch den Arzt gewechselt. Trotzdem telefonierte ich im Herbst 2019 nochmals mit dem Gynäkologen, der die Spirale eingesetzt hatte. Er riet mir ohnehin sie statt nach fünf Jahren bereits nach drei Jahren ziehen zu lassen. Oft habe er schlechte Erfahrungen gemacht, was Kupferspiralen angehe. Er setzt mittlerweile auch nur noch Hormonspiralen ein.

Auch seine Kollegin am neuen Wohnort war überzeugt, die Spirale müsse sofort gezogen werden, damit sich meine Schleimhäute erholen könnten.

Also erschien ich zur Entfernung der Spirale, die Ärztin suchte erst eine Weile nach dem Faden und zog schließlich kurz daran. Ich vernahm einen kleinen Piks, gefolgt von einem lauten Sch****-Fluch der Ärztin. Ich fragte sie was los sei. Immer noch vollkommen aufgebracht rief sie „Das blöde Ding ist abgebrochen! So was hatte ich in meiner ganzen Laufbahn noch nie“. Ich starrte sie an. „Das müssen wir operieren. Sie müssen ins Krankenhaus“ Sie zeigte mir und Ihrer Helferin die Spirale, der ein Ärmchen fehlte. Ich war einfach geschockt. Nachdem ich mich gefangen hatte fragte ich später, ob ich nicht vielleicht die nächste Periode abwarten könnte, sodass das Ärmchen vielleicht ausgestoßen werden könnte. Das Praxisteam hielt es für eine gute Idee und gab mir unterstützend ein wehenauslösendes Mittel mit. Zum ersten Mal las ich den Beipackzettel nicht… ich wollte um jeden Preis eine Operation verhindern.

In den folgenden Tagen stieß ich im Internet auf einen Forumsbeitrag, der mir zeigte, dass ich wohl nicht allein war! Schon zuvor war wohl ein anderes Modell desselben Herstellers zurückgerufen worden.

Vom Glück gesegnet, fand ich nur wenige Tage später das fehlende Teil in der Unterwäsche, woraufhin mich die Ärztin einbestellte, um zu überprüfen, ob etwas gesplittert sei. Gott sei dank war es ein glatter Bruch! 

Wenige Zeit später wurden immer mehr Fälle bekannt, die Ärzte gaben Schreiben heraus, um die möglicherweise fehlerhaften Spiralen zu kontrollieren und wenn nötig zu entfernen. Offenbar kam es von da an auch immer mehr zu selbstständigen Brüchen.

Durch den Kontakt zum Forum meldeten sich bei mir immer mehr Betroffene, welche ich in einer WhatsApp-Gruppe vernetzt habe. Es findet ein ständiger Austausch statt und einige Mitglieder sind mit Anwälten in Kontakt. Ausschabung wegen Splittern, Schwanger mit gebrochener Spirale… die Folgen sind vielfältig!

Mir liegt am Herzen, für alle da zu sein, die ähnliche Schicksale erlebt haben und dafür einzustehen, dass eine derartige Fahrlässigkeit seitens eines Medizinkonzerns einfach nicht zulässig ist.

Bei Fragen oder Wünschen einfach eine Mail an anfrage@fabiennes-food.de schreiben! Ich bin gerne auch für weitere Gesundheitsfragen da.

 

Hi, ich bin Fabienne

Willkommen auf meiner Seite! Ich bin studierte Ernährungsberaterin, Coach und Personaltrainerin aus dem Schwarzwald. Auf dieser Seite finden Sie alles rund um das Thema Gesundheit. Viel Spaß!

Über Social Media biete ich für Jeden neue, spannende Artikel und Tipps zum Thema Ernährung.

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Oktober 27, 2020

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